Fumi Kubo erhält den Young Investigator Award 2016

Auszeichnung für Forschung an neuronalen Netzwerken zur Verarbeitung von optischen Eindrücken bei Bewegungen

6. April 2016

Dr. Fumi Kubo, Wissenschaftlerin am Max-Planck-Institut für Neurobiologie in Martinsried, erhält den Young Investigator Award der Japan Neuroscience Society. Die Auszeichnung würdigt die wissenschaftlichen Leistungen der jungen Neurobiologin und soll sie auf ihrem Karriereweg in der neurobiologischen Forschung bestärken. Die Auszeichnung wird im Rahmen der Jahrestagung der Japan Neuroscience Society im Juli in Pacifico Yokohama (Japan) überreicht.
Fumi Kubo erhält den Young Investigator Award der Japan Neuroscience Society 2016. Bild vergrößern
Fumi Kubo erhält den Young Investigator Award der Japan Neuroscience Society 2016.

Tiere und Menschen können sich meist gut durch eine dreidimensionale Umwelt bewegen, ohne umzufallen oder anzustoßen. Neben den Gleichgewichtsorganen helfen hier vor allem die Augen. Jede Eigenbewegung lässt die Umwelt auf bestimmte Weise an den Augen vorbeiziehen und hinterlässt dabei eine charakteristische Spur auf der Netzhaut. Aus diesem "optischen Fluss" können Nervenzellen die Eigenbewegung berechnen, um sie gegebenenfalls zu kompensieren.

Fumi Kubo untersucht, wie das Gehirn von Zebrafischlarven diesen optischen Fluss berechnet und in gezielte Bewegung umsetzt. Keine leichte Aufgabe, denn das winzige Gehirn der rund fünf Millimeter großen Fischlarven besteht aus ungefähr hunderttausend Nervenzellen. Von Vorteil ist jedoch, dass das Gehirn der Zebrafischlarven beinahe durchsichtig ist. So kann neuronale Aktivität direkt unter dem Mikroskop beobachtet und mit Licht beeinflusst werden.

Durch eine ausgeklügelte Kombination von genetischen und optischen Methoden gelang es Fumi Kubo und ihren Kollegen vor kurzem, eine ganze Reihe neuer Nervenzelltypen zu identifizieren. Diese könnten zum Beispiel daran beteiligt sein, dass das Gehirn geradlinige von rotierenden Bewegungen unterscheiden kann. Die Ergebnisse weisen der untersuchten Gehirnregion einen ganz neuen Aufgabenbereich zu. "In meiner zukünftigen Arbeit möchte ich nun untersuchen, wie diese Nervenzelltypen verbunden sind und das Verhalten beeinflussen", sagt Fumi Kubo. "Ich fühle mich sehr geehrt durch die Auszeichnung der Japan Neuroscience Society, die mir zeigt, dass unsere Forschung international Anerkennung findet."

Fumi Kubo studierte Biologie an der Universität in Kyoto (Japan). Nach ihrer Doktorarbeit forschte sie am RIKEN Advanced Science Institute in Wako (Japan) und der University of California in San Francisco (USA). Im Jahr 2012 kam sie an das Max-Planck-Institut für Neurobiologie, wo sie seit 2015 ihre eigenständige Projektgruppe in der Abteilung Gene – Schaltkreise – Verhalten von Prof. Herwig Baier leitet.

 
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