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Dr. Hiromu Tanimoto

Max Planck Forschungsgruppe Verhaltensgenetik

E-mail: hiromut@​neuro.mpg.de

Jahrbuchbeitrag 2010 - Max-Planck-Forschungsgruppe Verhaltensgenetik

Gedächtnisbildung im Fliegenhirn
Memory formation in the fly brain

Autoren

Knapek, Stephan; Busch, Sebastian; Aso, Yoshinori; Friedrich, Anja; Siwanowicz, Igor; Yarali, Ayse; Galili, Dana; Tanimoto, Hiromu

Abteilungen

Verhaltensgenetik

Fliegen können lernen, sich auf einen bestimmten Geruch hinzubewegen oder sich von ihm abzuwenden. Hiromu Tanimoto und die Mitarbeiter seiner Max-Planck-Forschungsgruppe am MPI für Neurobiologie in Martinsried wollen verstehen, wie die Verknüpfung von Gerüchen und Verhaltensweisen im Gehirn der Fliege entstehen und wie diese Erinnerungen das Verhalten auslösen. Um ihr Ziel zu erreichen, setzen die Wissenschaftler verschiedenste Methoden aus den Bereichen der Genetik, Verhaltensbiologie, Anatomie und Theorie ein.

Flies are able to learn to approach or to avoid a certain odor. Hiromu Tanimoto and his Max Planck Research Group at the MPI of Neurobiology in Martinsried aim to understand how the association of odor and behavior is formed in the brain of fruit flies and how these distinct forms of memory are translated into behavior. To this end, the scientists take advantage of genetics, behavior, anatomy, and theoretical approaches.

Umweltbedingungen können sich ändern. Tiere, die ihr Verhalten an eine veränderte Umgebung anpassen können, sind daher klar im Vorteil. Beispielsweise kann ein Tier aus vergangenen Erfahrungen lernen und so sein Verhalten entsprechend ändern. Um solch eine Verhaltensanpassung aufgrund von Erfahrungen zu ermöglichen, müssen sich Nervenzellen im Gehirn untereinander vernetzen. Diese Vernetzung zu verstehen, das ist das Ziel der Max-Planck-Forschungsgruppe „Verhaltensgenetik“ unter der Leitung von Hiromu Tanimoto am MPI für Neurobiologie. Als Modell für ihre Untersuchungen dient den Forschern dabei die Fruchtfliege Drosophila melanogaster, denn auch Fliegen haben ein Gedächtnis.

Das Gedächtnis der Fruchtfliege

JB_Tanimoto_1.jpg Bild vergrößern

Vereinfachtes Diagramm der Nervenzell-Verbindungen, die es der Fruchtfliege erlauben, Geruchs-Erinnerungen zu bilden. Die Fliege nimmt einen Geruch über ihre Antennen wahr, von wo aus die Information an den Antennallobus weitergeleitet wird. Von hier leiten spezielle Nervenzellen die bearbeitete Information an das Laterale Horn weiter. Es wird angenommen, dass die Erinnerungsbilder in den Projektionsnervenzellen und im Pilzkörper verbleiben. Bisher noch unbestätigte Signalwege sind durch gestrichelte Linien angezeigt.

[weniger]

Fliegen können lernen, Gerüche mit positiven oder negativen Ereignissen zu assoziieren: Wird ein Geruch mit einer entsprechenden Belohnung oder Bestrafung gekoppelt, so lernen die Fliegen sich auf den Geruch hin- oder von ihm wegzubewegen. Dass Fliegen zu diesen Gedächtnisleistungen fähig sind, wurde bereits in den achtziger Jahren des letzten Jahrhunderts herausgefunden. Es wurde gezeigt, dass Fliegen auf einen Geruch zugehen, wenn dieser gleichzeitig mit einer Zuckerbelohnung angeboten wird. Wird der Geruch jedoch mit einem Stromimpuls als Bestrafung kombiniert, vermeiden die Tiere die Geruchsquelle. Aufbauend auf diesem Wissen wollen die Max-Planck-Forscher nun verstehen, wie dieses assoziative Gedächtnis entsteht – also wie positive und negative Erfahrungen auf neuronaler Ebene mit der Geruchsinformation verbunden werden und wie diese Verknüpfungen bestimmte Verhaltensweisen auslösen können (siehe Abb. 1).

Der Pilzkörper: Treffpunkt der Sinneseindrücke

Der Pilzkörper (Abb. 2, nächste Seite) ist eine paarige Struktur im Zentralhirn von Insekten, in der geruchsassoziierte Erinnerungen entstehen. In einer Reihe von Studien identifizierten Hiromu Tanimoto und Kollegen systematisch die neuronalen Verbindungen im Pilzkörper der Fliege [1-3]. Bedeutend für die weitere Arbeit in diesem Bereich war die Identifizierung transgener Fliegenstämme. Zusammen mit seinen Kollegen von der Universität Tokyo entwickelte Tanimoto Fliegenstämme, in denen einzelne Nervenzellen und ihre Verbindungen im Pilzkörper und in anderen Gehirnregionen durch Fluoreszenzproteine markiert werden [1]. Erst durch dieses Hervortreten aus der Masse ist es möglich, einzelne Nervenzellen und ihre Verknüpfung mit anderen Nervenzellen zu untersuchen.

Dopamin hilft bei der Erinnerung, einen Geruch zu vermeiden

 
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