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Junge Nervenzellen integrieren sich vollständig in beschädigte Nervennetzwerke der Sehrinde

Neue Nervenzellen fürs Gehirn

26. Oktober 2016

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Der Zusammenhalt wandernder Nervenzellen beeinflusst die Faltung der Großhirnrinde

Die Entstehung der Falten in der Hirnoberfläche

4. Mai 2017

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Auszeichnung für herausragende Forschungsarbeiten

Susanne Falkner und Co-Erstautoren Daniel del Toro & Tobias Ruff erhalten „Young Scientist Award“

28. Juni 2018

Die Preisträger mit ihren Betreuern (v.l.n.r.): Rüdiger Klein, Tobias Ruff, Dr. Daniel del Toro, Rainer Uhl (Stifter), Mark Hübener, Susanne Falkner Bild vergrößern
Die Preisträger mit ihren Betreuern (v.l.n.r.): Rüdiger Klein, Tobias Ruff, Dr. Daniel del Toro, Rainer Uhl (Stifter), Mark Hübener, Susanne Falkner [weniger]

Nach teils jahrlanger Forschung endlich die Ergebnisse in einer Fachzeitschrift veröffentlicht zu sehen, ist für jeden Wissenschaftler ein wichtiger Augenblick. Nicht zuletzt, da seit dem 17. Jahrhundert nur entsprechend publizierte Arbeiten als wissenschaftlich fundiert und allgemein anerkannt gelten. Denn die Forschungsergebnisse können so von anderen Experten genutzt, aber vor allem auch überprüft werden.

Als Anerkennung herausragender Publikationen verleiht das Max-Planck-Institut (MPI) für Neurobiologie den „Young Scientist Award“ an junge Forscher des Instituts. Der mit 1000€ dotierte Preis geht für das Jahr 2017 an Susanne Falkner und an die gemeinsamen Erstautoren Daniel del Toro und Tobias Ruff.

Die ausgezeichneten Arbeiten

Susanne Falkner

Neue Nervenzellen fürs Gehirn

Junge Nervenzellen integrieren sich vollständig in beschädigte Nervennetzwerke der Sehrinde

Verliert unser Gehirn Nervenzellen, kann es diesen Verlust selbst kaum kompensieren. Wissenschaftler und Ärzte hoffen daher, mit transplantierten Nervenzellen Schäden durch Verletzungen oder Krankheiten auszugleichen. Inwieweit sich die neuen Zellen in ein bestehendes Nervennetzwerk integrieren und dessen Aufgaben übernehmen können, ist jedoch unklar. Nun zeigen Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Neurobiologie in Martinsried, der Ludwig-Maximilians-Universität München und des Helmholtz Zentrums München in Mäusen, dass transplantierte embryonale Nervenzellen zu gleichwertigen Mitgliedern eines bestehenden Nervennetzwerks heranwachsen und die Aufgaben ihrer neuen Position vollständig übernehmen. (Nature, Oktober 2016)

Susanne Falkner studierte Molekulare Biologie an der Universität Wien. Die Forschungen für ihre Doktorarbeit hat sie am Max-Planck-Institut für Neurobiologie in der Abteilung Synapsen – Schaltkreise – Plastizität von Tobias Bonhoeffer durchgeführt. Seit 2018 arbeitet sie als Post-Doktorandin im Biozentrum der Universität Basel in der Forschungsgruppe von Peter Scheiffele.

Daniel del Toro und Tobias Ruff

Die Entstehung der Falten in der Hirnoberfläche

Der Zusammenhalt wandernder Nervenzellen beeinflusst die Faltung der Großhirnrinde

Falten im Gehirn vergrößern die Oberfläche dieses wichtigen Organs und bieten unter anderem im menschlichen Gehirn so mehr Platz für höhere Funktionen wie Denken und Handeln. Es gibt jedoch auch Säugetiere mit einer glatten Hirnoberfläche, wie zum Beispiel die Maus. Nun haben Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Neurobiologie in Martinsried einen bisher unbekannten Mechanismus der Hirnfaltung entdeckt. Junge Nervenzellen, die während der Entwicklung eines Gehirns mit glatter Oberfläche zur Hirnrinde wandern, besitzen an ihrer Zelloberfläche sogenannte FLRT-Rezeptoren. Diese sorgen für einen gewissen Zusammenhalt zwischen den Zellen und ein gleichmäßiges Wanderverhalten, was eine glatte Hirnoberfläche begünstigt. Das stark gefurchte menschliche Gehirn besitzt im Vergleich zum Mausgehirn deutlich weniger FLRTs. Wird die FLRT-Menge im Mausgehirn experimentell reduziert, bilden sich Falten ähnlich wie im menschlichen Gehirn. Die Ergebnisse geben daher auch einen neuen Einblick in die Evolution von glatten und gefurchten Säugetiergehirnen. (Cell, Mai 2017)

Daniel del Toro studierte Biologie an der Univerity Pompeu Fabra in Barcelona (Spanien). Seinen Doktortitel erhielt er von der University of Barcelona. In 2010 kam er als Post-Doktorand in die Abteilung Moleküle - Signale - Entwicklung von Rüdiger Klein an das Max-Planck-Institut für Neurobiologie.

Tobias Ruff studierte Chemie, Biochemie und Neurobiologie an der Ludwig-Maximilians-Universität in München, wo er seinen Master machte. Für die Forschung zu seiner Doktorarbeit kam er 2014 an das Max-Planck-Institut für Neurobiologie in der Abteilung Moleküle - Signale – Entwicklung von Rüdiger Klein.

 
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