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Nachwuchswissenschaftler mit der Otto-Hahn-Medaille ausgezeichnet

Maximilian Jösch Krotki erhält Auszeichnung für herausragende Forschung

8. Juni 2011

Auch in diesem Jahr wird wieder ein junger Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Neurobiologie in Martinsried mit der Otto-Hahn-Medaille ausgezeichnet. Der mit 5000€ dotierte Preis wird für herausragende wissenschaftliche Leistungen vergeben. Gewürdigt wird Dr. Maximilian Jösch Krotki für seine bahnbrechenden Untersuchungen und Einblicke in die Verarbeitung optischer Informationen im Sehsystem der Fruchtfliege. Die Preisverleihung findet am 8. Juni im Rahmen der Jahreshauptversammlung der Max-Planck-Gesellschaft in Berlin statt.

Durch die Vergabe der Otto-Hahn-Medaille sollen besonders begabte Nachwuchs-wissenschaftler zu einer Forscherkarriere motiviert werden. Die Auszeichnung ist nach dem deutschen Chemiker und Nobelpreisträger Otto Hahn benannt, der zwischen 1946 – 1960 Präsident der Max-Planck-Gesellschaft war.

Die ausgezeichnete Forschung

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Maximilian Jösch Krotki beim Füttern eines Wombats während einer Austral­ien­reise nach dem erfolg­­reichen Abschluss seiner Doktor­arbeit.

Maximilian Jösch Krotki interessiert sich für die Funktionsweise des Gehirns und nutzt für seine Forschung einen erstaunliche Vielfalt an Methoden – von physiologischen Studien über genetische Methoden bis hin zur Molekularbiologie. Sein Fokus liegt dabei auf dem Gehirn der Fliege, wo er das Zusammenspiel einzelner Nervenzellen des Sehsystems genauer untersuchte. Im winzigen Gehirn der Fruchtfliege Drosophila ist es ihm als erstes gelungen, die elektrischen Reaktionen einzelner Nervenzellen des Sehsystems mit Hilfe feiner Elektroden sichtbar zu machen. Ein Durchbruch in der Fliegenforschung, denn diese Pionierarbeit ermöglicht es nun genetische und physiologische Untersuchungen zu kombinieren.

Im weiteren Verlauf seiner Doktorarbeit nahm Herr Jösch Krotki die Aufgaben einzelner Nervenzellen im Fruchtfliegengehirn näher unter die Lupe. Dabei fand er heraus, dass Fruchtfliegen optische Informationen ganz ähnlich wie alle bisher bekannten Wirbeltiere verarbeiten. Denn auch unser Auge ist nicht nur eine Linse, die Bilder aufnimmt und in elektrische Signale umwandelt – bereits in der Netzhaut wird das Gesehene in verschiedene Bildkanäle aufgetrennt. Diese vorsortierten Informationen werden dann als parallele Bildsequenzen an das Gehirn weitergeleitet. Die Ergebnisse von Maximilian Jösch Krotki zur Bildverarbeitung im Fliegenhirn gibt somit auch Aufschluss zu den Vorgängen im menschlichen Sehsystem.

Insgesamt kann Herr Jösch Krotki auf die erstaunliche Anzahl von sechs Publikationen während seiner Zeit am MPI für Neurobiologie zurückblicken, eine siebte Arbeit befindet sich im Druck. Nach dem erfolgreichen Abschluss seiner Diplom- und Doktorarbeiten am Max-Planck-Institut für Neurobiologie, in der Abteilung von Alexander Borst, forscht Maximilian Jösch Krotki nun an der Harvard Universität in Cambridge, USA. Für diesen Aufenthalt erhielt er eines der begehrten Long-Term Fellowships des Human Frontier Science Program (HFSP).

 
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