Kontakt

profile_image
Nadine Gogolla, PhD
Telefon:089 - 8578 3493

Publikationen

Mitarbeiter

Weitere Informationen

Max-Planck-Forschungsgruppe: Schaltkreise der Emotionen

Schaltkreise der Emotionen

Gefühle und Emotionen bewirken bestimmte Verhaltensmuster. Hunger bewegt zur Nahrungsaufnahme und Angst veranlasst Kampf- oder Flucht-Reaktionen. In einem komplexen und wechselnden Umfeld müssen Gefühle und Emotionen reguliert werden, um das Verhalten den Umständen anpassen zu können. Hunger muss ignoriert werden wenn Erfahrungen zeigen, dass die vorhandene Nahrung unbekömmlich ist. Angst vor einer potentiellen Gefahr sollte in einem sicheren Umfeld unterdrückt werden. Auch das Erkennen von Emotionen und das Beobachten von Verhaltensweisen anderer beeinflussen die Emotionen und führen zur Verhaltensanpassung. Flexibles Verhalten ist deshalb nur möglich, wenn Emotionen mit Einflüssen aus dem Körper und der Umwelt abgestimmt werden.

Wie bringt das Gehirn Gefühle und Emotionen mit Informationen aus der Umgebung zusammen und erwägt die Risiken und Nutzen einer Handlung?

Um diese Frage zu beantworten untersuchen wir die neuronalen Schaltkreise der Inselrinde. Die Inselrinde ist ein Teil eines größeren Netzwerks von prefrontalen und limbischen Gehirnregionen, das gemeinsam Emotionen verarbeitet.

Die Inselrinde spielt eine wichtige Rolle bei der Regulation von Emotionen, aber auch bei Fähigkeiten wie Empathie und Sozialverhalten. Wie die Schaltkreise der Inselrinde funktionieren und zu der Regulation von Emotionen beitragen, ist bisher nicht verstanden.

Veränderungen in der Inselrinde, sowie Probleme bei der Emotionsregulation, sind Merkmale einer Reihe von psychiatrischen Erkrankungen, wie Angststörungen, Depressionen, Suchtkrankheiten, aber auch Autismus und Schizophrenie. Ein besseres mechanistisches Verständnis der Schaltkreise der Emotionen könnte daher helfen, neue therapeutische Ansätze für diese Erkrankungen zu finden.

Um herauszufinden, wie die Inselrinde aufgebaut ist und ihre Funktionen ausführt, kombinieren wir Verhaltensexperimente mit modernen neurowissenschaftlichen Methoden. Um die Schaltkreise der Inselrinde funktionell besser zu verstehen, nutzen wir die optische Ableitung von Kalziumsignalen in Gruppen von Nervenzellen via Zwei-Photonen-Mikroskopie. So können wir im intakten Gehirn beobachten, wie die Nervenzellen emotionale Reize verarbeiten. Um die Anatomie dieser Schaltkreise besser zu verstehen, nutzen wir transsynaptischen Viren, die die Verknüpfungen von Nervenzellen innerhalb der Inselrinde und mit anderen Gehirnarealen sichtbar machen. Optogenetische Verfahren erlauben dann die gezielte Steuerung (Aktivierung oder Inhibierung) einzelner Nervenzell-Komponenten der Netzwerke. So können wir die Auswirkungen dieser Manipulationen auf das Verhalten der Tiere untersuchen.

Ziel unserer Forschung ist es, funktionelle Prinzipien der Schaltkreise der Emotionen zu entschlüsseln.

 
loading content