Das Institut

Das Max-Planck-Institut für Neurobiologie

Das Max-Planck-Institut für Neurobiologie (MPIN) liegt in Martinsried, im Südwesten von München. Es ist eine außeruniversitäre Forschungseinrichtung, in der die grundlegenden Funktionen, der Aufbau, die Entwicklung und die Plastizität des Zentralen Nervensystems untersucht werden.

Woran die Wissenschaftler des Instituts arbeiten, lässt sich mit einem Beispiel veranschaulichen: Während Sie diesen Text lesen, überwacht und steuert Ihr Gehirn gleichzeitig Ihre Organfunktionen, berechnet und koordiniert jede kleinste Bewegung, insbesondere die Ihrer Augen, und analysiert die eingehenden Informationen Ihrer verschiedenen Sinne. Doch wie schafft es das Gehirn, all diese Informationen zu verarbeiten? Wie sind die Zellen miteinander verschaltet? Wie entwickelt sich solch ein komplexes System und wie lernt es? Was passiert auf der Ebene der Moleküle bis hin zu den Synapsen, den Zellen und den Nervennetzwerken?

Dies sind nur einige der Fragen, die sich die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Instituts stellen. Da sich die Forscher dabei immer an den Grenzen des Wissens bewegen, werden diese Fragen nicht am Menschen sondern mit Computersimulationen, an Zellkulturen und an Tiermodellen studiert.

Wissenschaftler des MPIN gehen derzeit den folgenden Fragen nach:

  • Wie beeinflussen neuronale Netzwerke tierisches Verhalten?
    Im Fokus stehen die Verbindungen und Funktion der Nervenzellen im Gehirn kleiner Wirbeltiere und Fruchtfliegen.
  • Was passiert im Gehirn, wenn es lernt oder vergisst?
    Im Fokus steht die Speicherung von Informationen, das Ausbilden funktioneller Karten und die Plastizität und Funktion der Großhirnrinde von Säugetieren.
  • Wie werden Sinneseindrücke im Gehirn verarbeitet?
    Im Fokus steht die Entwicklung und Verknüpfung neuronaler Netzwerke die optische, akustische und olfaktorische Reize verarbeiten.
  • Welche Methoden können bisher Unsichtbares sichtbar machen?
    Im Fokus steht die Entwicklung neuer Marker-Proteine und Mikroskopie-Methoden, um neuronale Aktivität und Konnektivität im intakten Nervensystem sichtbar zu machen.
  • Was sind die molekularen Grundlagen der Zellkommunikation im Nervensystem?
    Im Fokus steht die Erforschung der Signalübertragung zwischen Nervenzellen vor allem während der Entwicklung des Säugetiergehirns.
  • Wie und wo sind Nervenzellen miteinander verbunden?
    Im Fokus steht die Kartierung jeder einzelnen Verbindung zwischen den Nervenzellen des Säugetiergehirns – dem Konnektom.
  • Wie beeinflussen frühe Lebenserfahrungen die Entwicklung und Funktion von Schaltkreisen, die Emotionen steuern?

Auch wenn die angewandte Forschung kein Primärziel des Instituts ist, so waren bereits mehrfach Forschungsergebnisse von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern des Instituts Grundlage für klinische Studien und/oder führten zu Patenten.