Emeritusgruppe Neuroimmunologie

Neuroimmunologie

Die Erweiterte Emeritusgruppe führt die Forschung der ehemaligen Abteilung für Neuroimmunologie des MPI für Neurobiologie fort. Sie gliedert sich um die HERTIE-Senior-Professur, welche Hartmut Wekerle im Anschluss an die Emeritierung im Juni 2012 innehat. Die Gruppe wird durch Mittel der HERTIE-Stiftung, der Max-Planck-Gesellschaft, des Koselleck-Programms der Deutschen Forschungsgemeinschaft, sowie diverser Drittmittelgeber getragen.

Unsere Gruppe erforscht in erster Linie die Entstehung von Autoimmunerkrankungen im Bereich des Zentralnervensystems (ZNS), wie etwa bei der Multiplen Sklerose (MS). Wir untersuchen, wie autoimmune Lymphozyten im peripheren Immunsystem aktiviert werden, wie sie ihren Weg in das abgeschottete Nervensystem finden und dort schließlich das Hirn- und Rückenmarksgewebe zerstören. Die Vorläufer dieser autoimmunen Lymphozyten sind bereits, wie aus frühen Ergebnissen bekannt, im „normalen“ Immunsystem angelegt. Sie verharren dort jedoch lebenslang in einem Ruhezustand. Erst nach Aktivierung wird ihr pathologisches Potenzial entfesselt.

Bisher wurde die Aktivierung der autoaggressiven T-Zellen als Gefolge von Infektionserkrankungen gesehen. Neueste Ergebnisse deuten auf einen anderen unerwarteten mikrobiellen Auslöser der ZNS-spezifischen Autoimmunerkrankung hin: die gesunde Darmflora. Spezielle, bei uns entwickelte Tiermodelle erlauben detaillierte Studien wie die Aktivierungsprozesse im Darm ablaufen, wie sie eine Kaskade an Reaktionen in Gang setzen, und wie diese schließlich in der komplexen Autoimmunerkrankung des ZNS gipfeln. Als wesentlicher Bestandteil unserer Gruppe begleitet die Bildgebung durch die 2-Photonen-Mikroskopie unsere funktionellen Studien. Diese erlaubt die direkte Darstellung autoimmuner Reaktionen im lebenden Tier in Echtzeit, vom Ort der Aktivierung, über die Blutlaufbahn, durch die Bluthirnschranke in das Zielorgan (das ZNS) hinein. Eine besondere Rolle spielen dabei neu entwickelte genetische Marker, welche den Aktivierungszustand einzelner Zellen im Körper darstellen.

Ein dritter essentieller Punkt unserer Arbeitsgruppe ist die Translation der wissenschaftlichen Daten in die Klinik. In enger Zusammenarbeit mit dem Institut für klinische Neuroimmunologie der Ludwig Maximilians Universität (Prof. Dr. Reinhard Hohlfeld, INIM) untersuchen wir den Einfluss der Darmflora auf die Entwicklung und den Verlauf der menschlichen MS.

Weitere Details zu den einzelnen Projekten finden Sie auf unserer englischen Webseite.

 
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