Hartmut Wekerle erhält die Ehrendoktorwürde der Universität Würzburg

Anerkennung für die Erforschung der Multiplen Sklerose

20. Mai 2014

Prof. Dr. Dr. (h.c.) Hartmut Wekerle, emeritierter Direktor am Max-Planck-Institut für Neurobiologie in Martinsried, erhält die Ehrenpromotion der Universität Würzburg. Er erhält die Auszeichnung für seine bahnbrechenden Arbeiten zum Verständnis der fehlgeleiteten Immunreaktionen in der Multiplen Sklerose. Die Ehrenpromotion wird am 24. Mai im Rahmen der Promotionsfeier der Medizinischen Fakultät in der Würzburger Neubaukirche verliehen.

Hartmut Wekerle

Die wissenschaftlichen Arbeiten von Hartmut Wekerle konzentrieren sich ganz auf die Erforschung der Multiplen Sklerose (MS). Allein in Deutschland sind zirka 120.000 Menschen von dieser Krankheit betroffen, bei der sich fehlgeleitete Zellen des Immunsystems gegen das eigene Nervensystem richten. Einmal in das Gehirn und Rückenmark eingedrungen, schädigen die Immunzellen Nervenzellen und können, je nach Angriffsort, Lähmungen, Empfindungsstörungen oder Sehstörungen auslösen. Trotz jahrzehntelanger Forschung sind die Ursachen dieses Angriffs noch weitgehend unklar.

Mit modernsten Methoden gelang Hartmut Wekerle und seinen Mitarbeitern eine Reihe von bahnbrechenden Erkenntnissen. So entdeckten sie zum Beispiel neue Angriffspunkte der Immunzellen, wie Immunzellen in das Nervengewebe eindringen, oder dass entzündliche Hirnerkrankungen möglicherweise ihren Beginn im Darmbereich nehmen. In einer einmaligen Kooperation mit der Klinischen Neuroimmunologie am Universitätsklinikum Großhadern der LMU tragen die Ergebnisse zum besseren Verständnis der Krankheit bei und helfen neue und wirksamere Therapien zu entwickeln.

Hartmut Wekerle studierte Medizin an der Universität Freiburg, wo er 1971 promoviert wurde. Anschließend arbeitete er am Weizmann Institute of Science in Rehovot, Israel. Ab 1973 forschte Hartmut Wekerle als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Max-Planck-Institut für Immunbiologie und Epigenetik in Freiburg. Im Jahr 1982 übernahm Hartmut Wekerle die Leitung einer klinischen Forschungsgruppe für Multiple Sklerose der Max-Planck-Gesellschaft in Würzburg. Im Jahr 1988 wurde er zum Direktor am Max-Planck-Institut für Neurobiologie berufen.

Für seine wissenschaftlichen Verdienste wurde Hartmut Wekerle mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, darunter der Ernst Jung Preis für Wissenschaft und Forschung, dem Louis D. Preis – der höchsten wissenschaftlichen Auszeichnungen Frankreichs, und dem Reinhard Koselleck-Projekt der Deutschen Forschungsgemeinschaft. Im Juni 2011 erhielt er als erster außeruniversitärer Professor die Hertie-Senior-Forschungsprofessur Neurowissenschaften. Diese Forschungsprofessur ergänzt die Finanzierung der Max-Planck-Gesellschaft und ermöglicht Hartmut Wekerle die Fortsetzung seiner Arbeit nach seiner Emeritierung im Jahr 2012. Im vergangenen Jahr erhielt Hartmut Wekerle die Ehrendoktorwürde der Medizinischen Fakultät der Universität Hamburg.

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