Ausbildungspreis 2014 für die Martinsrieder Max-Planck-Institute

Martinsrieder MPIs für herausragendes Engagement ausgezeichnet

23. September 2014

Seit Jahren sinkt in allen Ausbildungsbereichen die Zahl der Bewerber. Um dem bevorstehenden Fachkräftemangel entgegenzuwirken, entwickelten das Max-Planck-Institut (MPI) für Neurobiologie und das MPI für Biochemie vor vier Jahren ein proaktives Konzept. Heute sprechen die Institute junge Menschen über ein breites Spektrum von Kanälen an – Messestand bis hin zum YouTube-Video informieren über die Ausbildungsmöglichkeiten an den Instituten. Der Erfolg des Konzepts zeigt sich im Stabilisieren und teilweise leichtem Ansteigen der Bewerberzahlen. Für ihr Engagement erhalten die beiden Martinsrieder MPIs nun den mit 7500€ dotierten Ausbildungspreis der Max-Planck-Gesellschaft. Das Geld wollen die Ausbilder in weitere Werbemaßnahmen investieren.

Ausgezeichnet für ihr Engagement: die Ausbilder der beiden Martinsrieder Max-Planck-Institute

Die beiden Martinsrieder Max-Planck-Institute sind für ihre herausragende Forschung bekannt – doch an den Instituten arbeiten nicht nur Wissenschaftler. Bei ihrer Arbeit werden die Forscher von verschiedenen wissenschaftlichen, administrativen und technischen Serviceeinrichtungen unterstützt. In vielen dieser Bereiche bilden die Institute auch aus – seit nunmehr fast 40 Jahren. Heute sind das Max-Planck-Institut für Neurobiologie und das Max-Planck-Institut für Biochemie auch im Ausbildungssektor eine feste Größe. In sechs Bereichen können junge Menschen in einem spannenden, wissenschaftlichen Umfeld ihren Beruf erlernen.

Der demografische Wandel macht sich jedoch auch an den Instituten zunehmend bemerkbar: Die Bewerberzahlen sinken von Jahr zu Jahr oder stagnieren auf niedrigem Niveau. Selbst der doppelte Abiturjahrgang, den Bayern im Jahr 2011 hatte, führte nicht zu der erwarteten deutlichen Erhöhung der Bewerberzahlen. "Unsere erste Reaktion auf die stetig sinkenden Bewerbungen war das Schalten von mehr Annoncen", berichtet Katrin Schultz, die Sprecherin der Ausbilder der Institute. Obwohl die Anzeigen vor allem in Zeitungen erschienen, die gezielt an Schulen herantreten, blieb die erhoffte Resonanz aus. "Wir haben uns daher entschieden neue Wege zu gehen und direkt mit den Schülern in Kontakt zu treten", so Schultz.

Heute erfahren die Schüler von den Ausbildungsmöglichkeiten auf Berufsmessen des Arbeitsamts oder bei Informationsveranstaltungen an den Schulen. Ein eigens dafür entwickelter Messestand, an dem auch Auszubildende der Institute sozusagen "auf Augenhöhe" über die Berufe informieren, findet viel Anklang bei den Schülern. Im Webauftritt der Institute und auf YouTube informieren kleine Videos, gedreht mit den eigenen Azubis, über Voraussetzungen und Inhalte der Ausbildung. Ein für Schülerinnen und Schüler der 9. und 10. Klasse entwickeltes, einwöchiges Betriebspraktikum ermöglicht es, die Berufsmöglichkeiten an den Instituten direkt vor Ort kennenzulernen.

Nun zeichnen sich die ersten Erfolge dieses proaktiven Konzepts ab: die Bewerberzahlen haben sich stabilisiert und sind im Bereich der Biologielaboranten dieses Jahr sogar erstmals wieder leicht gestiegen. Dass das Konzept greift zeigt, dass für das Lehrjahr 2014 rund 50% der angehenden Feinwerkmechaniker und zirka 87% der Bürokaufleute nur aufgrund des Messebesuchs auf die Idee kamen, sich bei den Instituten zu bewerben. Auch verzeichnen die Institute eine signifikante Steigerung der Bewerberzahlen aus der näheren Umgebung der Institute – dort, wo die Institute am präsentesten sind.

Für ihr Engagement und die herausragenden Leistungen in der Berufsausbildung erhalten die beiden Max-Planck-Institute nun den Ausbildungspreis 2014 der Max-Planck-Gesellschaft. Der Preis ist mit einer Prämie in Höhe von 7.500 € dotiert. Er wird im Oktober von den Geschäftsführenden Direktoren der beiden Institute an die Ausbildern überreicht. Diese haben auch schon eine Verwendung für das Preisgeld im Blick: "Wir würden gerne einen kurzen Werbespot drehen, in dem wir junge Menschen auf die Vielfalt und Qualität unserer Ausbildung aufmerksam machen", so Katrin Schultz. "Solch ein Spot könnte dann zum Beispiel im Kino laufen und die bereits bestehenden Maßnahmen ergänzen."

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