International Ellis Island Medal of Honor 2015

Bert Sakmann für herausragende wissenschaftliche Arbeit ausgezeichnet

26. Mai 2015

Bert Sakmann, Nobelpreisträger und Emeritus Direktor am Max-Planck-Institut für Neurobiologie in Martinsried bei München, wurde mit der Ellis Island Medal of Honor 2015 ausgezeichnet. Die National Ethnic Coalition of Organizations (NECO) der USA vergibt diese Ehrenmedaille an Staatsbürger der USA, die mit ihrer Arbeit oder anderweitigem Einsatz der Menschheit einen signifikanten Dienst erwiesen haben. Bert Sakmann wurde für seine wissenschaftliche Arbeit und herausragendem Beitrag zur globalen neurobiologischen Forschung ausgezeichnet. Die Medaille wurde den Preisträgern am 9. Mai in New York überreicht.

Bert Sakmann wurde mit der Ellis Island Medal of Honor 2015 ausgezeichnet.

Bert Sakmann und sein Team haben sich Großes vorgenommen: Sie wollen eine dreidimensionale Karte eines Gehirnareals rekonstruieren – mit allen Verbindungen zwischen den Nervenzellen. Ein ehrgeiziges Projekt, denn bereits ein ein Kubikmillimeter großes Stück der Großhirnrinde enthält viele tausend Nervenzellen und Millionen von Kontakten. Doch schwierige Vorhaben sind die Spezialität des Mediziners und Neurophysiologen Sakmann, der 1991 zusammen mit seinem Kollegen Erwin Neher den Nobelpreis für Medizin bekam. Ihre bahnbrechenden Arbeiten zum Nachweis von Ionenkanälen in Zellmembranen führten unter anderem auch zur Entwicklung der Patch-Clamp-Methode. Erst so wurden viele Untersuchungen zu Zellvorgängen und auch die Entwicklung neuer Therapeutika möglich. Die von Bert Sakmann und Erwin Neher entwickelten Grundlagen waren eine Revolution für die bio-medizinische Forschung. Kein Wunder, dass sich Bert Sakmann auch heute nicht von der immensen Aufgabe der Kartierung des Gehirns abschrecken lässt.

Zur Person

Bert Sakmann wurde 1942 in Stuttgart geboren. Nach seinem Medizinstudium an den Universitäten in Tübingen, Freiburg, Berlin und Paris absolvierte er sein Staatsexamen am Klinikum und der Universität in München (LMU). Im Anschluss arbeitete Sakmann drei Jahre am Max-Planck-Institut für Psychiatrie in der Kraepelinstraße, bevor er eine Zeit ans University College London ging. Von 1974 – 1988 forschte Sakmann am Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie in Göttingen. Für die Arbeiten aus dieser Zeit bekam er 1991, zusammen mit seinem Kollegen Erwin Neher, den Nobelpreis in Medizin. 1989 wurde Sakmann Direktor am Max-Planck-Institut für medizinische Forschung in Heidelberg. Nach der Emeriterung zog es den Wissenschaftler 2008 zurück in den Münchner Raum, wo er seitdem am Max-Planck-Institut für Neurobiologie eine Emeritus-Gruppe leitet. Die Gruppe arbeitet in engem Austausch mit Sakmann's Gruppen an der TU München und dem Max Planck Florida Institute for Neuroscience (MPFl) in Jupiter. Er war 2009-2011 der wissenschaftliche Gründungsdirektor dieses Instituts, das inzwischen von David Fitzpatrick geleitet wird.

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