Nobelpreisträger Moser wird Auswärtiges Mitglied

11. September 2015

Edvard Moser, Neurophysiologe und Medizin-Nobelpreisträger 2014, wird Auswärtiges Wissenschaftliches Mitglied des Max-Planck-Institutes (MPI) für Neurobiologie in Martinsried.

Der Norweger Edvard Moser wurde zum Auswärtigen Wissenschaftlichen Mitglied des Max-Planck-Instituts für Neurobiologie berufen.

Edvard Moser erforscht, welche Gehirnstrukturen es Säugetieren ermöglichen, sich in ihrer Umgebung zu orientieren. Zusammen mit seiner Frau May-Britt entdeckte er dabei die sogenannten Grid-Zellen. Diese Nervenzellen legen auf die Umgebung eine Art virtuelles Gittermuster. In diesem gitterförmigen Koordinatensystem kann ein Tier dann mit den Informationen von Orts- und anderen spezialisierten Nervenzellen seine Position im Raum berechnen. Die Arbeiten von Edvard Moser haben fundamental zu unserem Verständnis beigetragen, wie das Gehirn Positionen berechnet und räumliche Erinnerungen formt. Für die Entdeckung der Grid-Zellen erhielten Edvard und May-Britt Moser den Nobelpreis für Medizin 2014. Sie teilen sich die Auszeichnung mit ihrem Kollegen John O'Keefe, der zuvor die Ortszellen des Gehirns gefunden hatte. Zusammen entdeckten und beschrieben die drei Neurowissenschaftler somit das innere Navigationssystem des Gehirns.

Zwischen Edvard Moser und dem MPI für Neurobiologie besteht seit Längerem eine enge Kooperation. In Rahmen dieser Zusammenarbeit verbringt der norwegische Wissenschaftler immer wieder mehrere Tage bis Wochen am Martinsrieder Institut. Derzeit arbeiten Edvard Moser und Tobias Bonhoeffer, Direktor am MPI für Neurobiologie, daran, die Aktivität der Grid-Zellen mit Hilfe der 2-Photonen-Mikroskopie sichtbar zu machen. Aufgrund der engen wissenschaftlichen Zusammenarbeit und den herausragenden wissenschaftlichen Leistungen von Edvard Moser haben die Direktoren des MPI für Neurobiologie vorgeschlagen, Edvard Moser zum Auswärtigen Wissenschaftliches Mitglied des Instituts zu berufen. Nach Evaluation durch die biomedizinische Sektion und den Senat der Max-Planck-Gesellschaft, folgte der Präsident der Max Planck Gesellschaft, Martin Stratmann, der Empfehlung dieser Gremien und sprach den Ruf aus. Edvard Moser hat ihn inzwischen angenommen und wird somit auch Wissenschaftliches Mitglied der Max-Planck-Gesellschaft. Das MPI für Neurobiologie zählt nun die folgenden Neurowissenschaftler zu seinen Auswärtigen Wissenschaftlichen Mitgliedern:

  • Prof. Dr. Yves-Alain Barde, Cardiff School of Biosciences (UK)
  • Prof. Dr. Reinhard Hohlfeld, Institut für Klinische Neuroimmunologie der Ludwig-Maximilians-Universität München
  • Prof. Dr. Edvard Moser, Kavli Institute for Systems Neuroscience and Centre for Neural Computation (Trondheim/Norwegen)
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