Herausragend geforscht und publiziert

Alex Mauss und Fiona Müllner erhalten den Young Scientist Award

Alex Mauss (mit Abteilungsleiter Alexander Borst links) und Fiona Müllner (mit Abteilungsleiter Tobias Bonhoeffer, rechts) erhalten den Young Scientist Award. Der Geschäftsführende Direktor des Instituts, Herwig Baier (Mitte) überreichte die Urkunden.

Im Internet lassen sich "Belege" für jede Art von Meinung finden. Doch wie stichhaltig sind die präsentierten Ergebnisse? Handelt es sich vielleicht um Ausnahmen, Zufallsergebnisse oder gar den Versuch, Meinung zu beeinflussen?

Um solchen Zweifeln vorzubeugen, werden wissenschaftliche Ergebnisse bereits seit dem 17. Jahrhundert in anerkannten Fachzeitschriften veröffentlicht. Nur entsprechend publizierte Arbeiten gelten als allgemein anerkannt. So ist eine gleichbleibend hohe Qualität der Arbeiten möglich, denn die Ergebnisse können - und werden - von anderen regelmäßig überprüft. Zudem steht hinter dem Anspruch zu veröffentlichen der Grundgedanke, dass Wissenschaftler weltweit von den Ergebnissen erfahren und so auf diese aufbauen können.

Den hohen Stellenwert wissenschaftlicher Veröffentlichungen würdigt der Young Scientist Award. Der mit 1.000 Euro dotierte Preis wird einmal im Jahr an junge Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Neurobiologie verliehen. Für das Jahr 2015 erhalten Dr. Alex Mauss und Dr. Fiona Müllner die Auszeichnung für ihre herausragenden Publikationen.

Die Preisträger und ihre ausgezeichneten Arbeiten

Alex Mauss: Zellulärer Bewegungsfilter
Gegenläufige Aktivität eines neuen Nervenzelltyps macht Bewegungssehen selektiv

Bewegung trotz Stillstand. Die Illusion der Eigenbewegung entsteht zum Beispiel in einem Imax-Kino, wo sie durch großformatige Filme hervorgerufen wird. Dies ist möglich, da das Gehirn eine Eigenbewegung aus dem Vorbeifließen der Umwelt an den Augen berechnet. Wie das Gehirn dies schafft, klären Wissenschaftler um Alexander Borst, Direktor am Max-Planck-Institut für Neurobiologie in Martinsried bei München, Zelle für Zelle im Fliegenhirn auf. Zusammen mit ihren Kollegen des Janelia Research Campus in Virginia (USA) fanden die Forscher nun einen ganz neuen Nervenzelltyp. Die detaillierte Analyse zeigte, dass diese Zellen die Grundlage des sogenannten Bewegungs-Antagonismus sind. Beim Menschen und anderen Tierarten werden bestimmte Nervenzellen von Bewegungen in eine Richtung aktiviert, von Bewegungen in die Gegenrichtung gehemmt. Mit den neu entdeckten Zellen konnte dieses Phänomen erstmals näher untersucht und seine Funktion aufgeklärt werden. (Cell, Juli 2015)

Alex Mauss studierte Biologie an der Universität Mainz und schrieb seine Doktorarbeit an der University of Cambridge in Großbritannien. Im Anschluss forschte er eine Zeit am Marine Biological Laboratory in Woods Hole (USA) und kam 2010 an das Max-Planck-Institut für Neurobiologie, wo er seitdem als Projektleiter in die Abteilung Schaltkreise – Information – Modelle unter der Leitung von Alexander Borst arbeitet.

Fiona Müllner: Hemmende Synapsen beeinflussen Signale im Gehirn mit hoher Präzision
Nervenzellsignale können von einzelnen Konakten moduliert und blockiert werden

Informationen werden in unserem Gehirn über Billionen von Synapsen von einer Zelle zur nächsten weitergegeben. Für einen optimalen Datenfluss ist jedoch nicht nur die Übertragung von Informationen wichtig, sondern auch ihre gezielte Hemmung. Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Neurobiologie in Martinsried konnten nun in Mäusen zeigen, dass selbst einzelne hemmende Synapsen die Signalverarbeitung maßgeblich beeinflussen können. Die Studie ergänzt ein wichtiges Puzzleteil zum Verständnis dieser grundlegenden Gehirnfunktion, die auch bei manchen Krankheiten eine Rolle spielt. (Neuron, August 2015)

Fiona Müllner studierte Molekularmedizin und Mathematik an den Universitäten Heidelberg, Freiburg und Yale (New Haven, USA). Ihre Diplomarbeit absolvierte sie an der Universität Freiburg und kam dann 2009 für Ihre Doktorarbeit in die Abteilung von Tobias Bonhoeffer an das Max-Planck-Institut für Neurobiologie nach Martinsried. Seit September 2015 arbeitet Fiona Müllner am Friedrich Miescher Institut für Biomedizinische Forschung in Basel (Schweiz) 

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