Molekulare Neurodegeneration

Molekulare Neurodegeneration

Neurodegenerative Erkrankungen wie Alzheimer, Parkinson oder Chorea Huntington sind altersbedingte, bisher unheilbare Krankheiten, deren Auftreten mit steigender Lebenserwartung immer häufiger wird. Ein gemeinsames pathologisches Merkmal dieser Erkrankungen ist die Ablagerung fehlgefalteter amyloidartiger Proteine innerhalb von Nervenzellen oder in der extrazellulären Matrix. Die schädliche Wirkung der aggregierenden Proteine auf das Gehirn ist unumstritten, die Mechanismen ihrer Toxizität bleiben jedoch unzureichend aufgeklärt. Außerdem ist weitgehend unerforscht, wie das Absterben der betroffenen Nervenzelltypen die Funktion neuronaler Schaltkreise beeinflusst.

Um diese Fragen zu beantworten, untersuchen wir die Rolle von Proteinaggregation bei neurodegenerativen Erkrankungen, sowie zellulären Abwehrmechanismen, welche an der Beseitigung der Aggregate beteiligt sein können. Hierfür nutzen wir primäre neuronale Kulturen und genetische Mausmodelle der Neurodegeneration. Mithilfe von zellbiologischen, biochemischen und histologischen Methoden charakterisieren wir die Zusammensetzung der Aggregate sowie ihre Wirkung auf die zellulären Vorgänge und die Zellviabilität. Verhaltenstests werden angewandt, um krankheitsbedingte motorische und kognitive Ausfälle bei den Mäusen zu bestimmen. Darüber hinaus untersuchen wir pathologische Veränderungen der neuronalen Schaltkreise mithilfe chronischer in vivo Zweiphotonenmikroskopie.

Der Fokus unserer aktuellen Forschung liegt auf Chorea Huntington, einer schweren Erbkrankheit, die durch die Vermehrung der CAG-Wiederholungen im Huntingtin-Gen verursacht wird. Unser Ziel ist es, molekulare Signalwege sowie neuronale Schaltkreisveränderungen aufzudecken, die beim Fortschreiten der Krankheit eine Rolle spielen und neue Wege für therapeutische Ansätze eröffnen können.

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