Alexander Borst erhält FENS-EJN Forschungspreis 2014

Auszeichnung für außergewöhnliche Leistungen in der Neurobiologie

14. März 2013

Prof. Dr. Alexander Borst, Direktor am Max-Planck-Institut für Neurobiologie in Martinsried, erhält den Forschungspreis der Federation of European Neuroscience Societies (FENS). Diese verleiht den mit 10,000 britischen Pfund dotierten Preis alle zwei Jahre zusammen mit dem European Journal of Neuroscience (EJN). Der Preis würdigt außergewöhnliche wissenschaftliche Leistungen in allen Bereichen der Neurobiologie. Die Preisverleihung findet im Rahmen des FENS-Forums im Juli 2014 in Mailand statt.

Alexander Borst

Wie rechnen Nervenzellen? Diese Frage steht im Zentrum der Forschung von Alexander Borst. Ihr zugrunde liegt eine einfache aber gleichzeitig entscheidende Beobachtung: Das Gehirn führt erstaunlich komplexe Rechenschritte durch, die am besten durch mathematische Gleichungen beschrieben werden. Die Rechenschritte werden jedoch von Nervenzellen durchgeführt, wo Ionen eine Membran durchqueren und so erregende oder hemmende Signale auslösen. Wie die Mathematik mit den zellulären Vorgängen zusammenhängt, also die Biophysik der neuronalen Verrechnung, darum geht es in der Forschung von Alexander Borst.

Als Beispiel für eine zelluläre Verrechnung untersuchen Alexander Borst und seine Mitarbeiter das Bewegungssehsystem von Fliegen. Dabei verwenden sie eine Vielzahl von Methoden – Modellierung, Verhaltensstudien, Elektrophysiologie, Calcium Imaging und Genetik. Die Arbeiten zählen zur absoluten Spitzenforschung weltweit und tragen maßgeblich zu einem verbesserten Verständnis der grundlegenden Mechanismen des Bewegungssehens bei. Die Ergebnisse fließen zudem in die Entwicklung kleiner Flugroboter.

Alexander Borst (*1957, Bad Neustadt/S) studierte Biologie an der Universität Würzburg, wo er 1984 promoviert wurde. Als Postdoktorand forschte er am Max-Planck-Institut für biologische Kybernetik in Tübingen. Im Anschluss leitete er ab 1993 eine Selbständige Nachwuchsgruppe am Friedrich Miescher Laboratorium der Max-Planck-Gesellschaft. Zwischen 1999 und 2001 war Alexander Borst Professor an der University of California in Berkeley (USA), bevor er 2001 als Direktor an das Max-Planck-Institut für Neurobiologie nach Martinsried berufen wurde. Hier leitet er seitdem die Abteilung Schaltkreise – Information – Modelle. Alexander Borst ist Mitglied der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina, der Europäischen Organisation für Molekularbiologie (EMBO), sowie der Bayerischen Akademie der Wissenschaften.

Die Federation of European Neuroscience Societies (FENS)

FENS wurde 1998 in Berlin gegründet und repräsentiert eine Vielzahl europäischer neurowissen-schaftlicher Gesellschaften. Die Ziele von FENS sind die Förderung neurobiologischer Forschung, die Verbreitung neurobiologischen Wissens und die Repräsentation neurowissenschaftlicher Ergebnisse bei der Europäischen Komission, IBRO und anderen Drittmittelgebern. FENS ist der europäische Partner der American Society for Neuroscience.

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