Wissenschaftler erhalten begehrte HFSP-Stipendien

Bei der diesjährigen Vergabe dieses renommierten Forschungsstipendiums wurden gleich drei Wissenschaftler des Instituts berücksichtigt.

5. April 2010

Eines der renommiertesten Forschungsstipendien für Naturwissenschaftler ist sicherlich das Long-Term Fellowship des Human Frontier Science Program (HFSP). Dieses Stipendium gibt jungen Wissenschaftlern die Möglichkeit nach ihrer Doktorarbeit für bis zu drei Jahren in einem herausragenden ausländischen Labor zu arbeiten. Die Förderung umfasst neben Lebenshaltungs- und Reisekosten auch Aufwendungen für die Forschungstätigkeit und Fortbildungskurse wie zum Beispiel Sprachkurse.

Die Konkurrenz um HFSP-Stipendien ist hoch – weniger als 15% der eingehenden Bewerbungen können bei der Vergabe berücksichtigt werden. Erfolgreiche Bewerber zeichnen sich durch ihre bisherige exzellente Arbeit aus und durch ein geplantes Projekt, das den wissenschaftlichen Horizont des Bewerbers erweitert. Solch ein Projekt kann zum Beispiel ein neues Untersuchungssystem und/oder das Erlernen neuer Methoden beinhalten. Anfang April wurde die Verteilung der Stipendien für das Jahr 2010 verkündet: Das Max-Planck-Institut für Neurobiologie steht gleich mit drei erfolgreichen Bewerbungen in Verbindung.

Maximilian Jösch Krotki, der gerade seine herausragende Doktorarbeit in der Abteilung "Schaltkreise - Information - Modelle" (Leitung Alexander Borst) am MPI für Neurobiologie abgeschlossen hat, geht mit dem Stipendium an die Harvard University in Boston (USA). Aus der gleichen Abteilung kommt Yishai Elyada, der ebenfalls vor Kurzem hier seine Doktorarbeit abschloss und 2009 bereits den "Outstanding Paper Award" für eine Veröffentlichung zu dieser Arbeit erhielt. Herr Elyada forscht mit dem HFSP-Stipendium an dem Duke University Medical Center in Durham (USA). Georg Keller, ein junger Wissenschaftler der ETH Zürich, nutzt das Stipendium um sein Forschungsprojekt in der Abteilung "Synapsen - Schaltkreise - Plastizität" (Leitung Tobias Bonhoeffer) am Max-Planck-Institut für Neurobiologie umzusetzen.

Hintergrundinformationen

Nach einer erfolgreich abgeschlossenen Doktorarbeit streben junge Wissenschaftler meist einen Aufenthalt in einem anderen Institut und Land an. Diese Aufenthalte dienen dazu das bestehende Fachwissen zu erweitern und andere Arbeitsweisen kennenzulernen. Da die auserkorenen Arbeitsgruppen nur selten genügend finanzielle Mittel besitzen um junge Wissenschaftler für mehrere Jahre zu unterstützen, sind Forschungsstipendien sehr begehrt – und die Konkurrenz ist hoch.

Das Human Frontier Science Program (HFSP) ist ein internationales Programm zur Förderung der Grundlagenforschung in den Lebenswissenschaften und wird von den Regierungen verschiedener Länder und der Europäischen Union finanziert.

Bei der Stipendienvergabe im April 2010 wurden 74 Long-Term Fellowships an Bewerber aus 21 Ländern vergeben. Neun der Bewerber forschten zuvor an deutschen Instituten und nutzen das Stipendium für einen Aufenthalt im Ausland. Aus dem Ausland kommen fünf Bewerber um an ausgewählten deutschen Instituten ihre wissenschaftliche Arbeit fortzusetzen.

 

Zur Redakteursansicht