Winfried Denk erhält den Kavli-Preis in den Neurowissenschaften

Eine der weltweit höchsten Auszeichnungen geht an Martinsrieder Wissenschaftler

31. Mai 2012
Der mit einer Million US-Dollar dotierte Kavli-Preis in den Neuro-wissenschaften wird in diesem Jahr verliehen für die Aufklärung grundlegender neuronaler Mechanismen in der Wahrnehmung und Entscheidungsfindung. Winfried Denk teilt sich den Preis mit Cornelia Isabella Bargmann, Rockefeller University (USA) und Ann M. Graybiel, MIT (USA). Die Preisverleihung findet am 4. September durch den norwegischen König in Oslo statt.

Winfried Denk ist bekannt für seine bahnbrechenden Arbeiten zur Entwicklung neuer Abbildungsmethoden. Der Kavli-Preis würdigt zwei der von ihm entwickelten Methoden. Mit ihrer Hilfe können essentielle Fragen darüber beantwortet werden, wie zum Beispiel Informationen vom Auge in das Gehirn gelangen.

Winfried Denk

Im Jahr 1990 stellte Winfried Denk die Methode der Mikroskopie mit 2-Photonen-Fluoreszenz-anregung vor. Diese Art der Mikroskopie ist deutlich schonender für das betrachtete Gewebe als die bis dahin bekannte konfokale Laser-Scanning-Mikroskopie. Erstmals wurden so Beobachtungen tief in streuendem Gewebe und auch über lange Zeit hinweg möglich. Dieses Mikroskop verbessert die Eindringtiefe von 50-80 µm auf zum Teil bis zu 1000 µm (1mm). Nun wurden Gewebsschichten sichtbar, die anderweitig für die Bildgebung unerreichbar blieben.

In den folgenden Jahren entwickelte Winfried Denk ein Dreidimensionales-Raster-Elektronen-mikroskop. Dieser automatisierte Prozess stellt winzigste Details dreidimensional im umliegenden Gewebe dar. Dazu tastet ein Elektronenmikroskop die Oberfläche eines Gewebestücks ab; das gewonnene Bild wird gespeichert. Als nächstes schneidet das Gerät eine ultradünne Gewebe-scheibe ab und erfasst dann die darunter liegende Gewebeebene. Schnitt für Schnitt werden so alle Strukturen in dem vorliegenden Gewebeblock aufgenommen und am Computer zu einer dreidimensionalen Struktur zusammengesetzt.

Beide von Winfried Denk entwickelten Verfahren ermöglichen ganz neue Einblicke in biologische Prozesse am Ort ihres Geschehens. Erst so wird eine weitreichende Erforschung dieser Prozesse möglich. Beide Verfahren haben somit die Forschung mit Hilfe bildgebender Verfahren revolutioniert.

Der Kavli-Preis

Der Kavli-Preis würdigt Wissenschaftler für ihre bahnbrechende Forschung in den Bereichen der Astrophysik, Nanowissenschaften und Neurowissenschaften. Der Preis wurde von dem Norweger Fred Kavli ins Leben gerufen und ist mit einer Millionen US-Dollar dotiert. Die Preisverleihung findet in Oslo statt.

Seit 2008 wird der Kavli-Preis alle zwei Jahre an herausragende Wissenschaftler verliehen. Stifter ist eine Partnerschaft zwischen der Norwegischen Akademie der Wissenschaften, der Kavli Foundation und dem Norwegischen Ministerium für Bildung und Forschung

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