Auszeichnung junger Wissenschaftler

Johannes Larsch und Daniel Gehrlach sind Preisträger des Young Scientist Award 2019

14. Oktober 2020

Ganz dem Motto „aufgeschoben ist nicht aufgehoben“ wurde auch dieses Jahr der mit 1000 € dotierte Young Scientist Award verliehen – Corona-bedingt allerdings etwas später als ursprünglich geplant. Mit dem Ziel besonders herausragende Arbeiten junger Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zu ehren, ging der Preis an Johannes Larsch und Daniel Gehrlach für ihre Veröffentlichungen in den Fachzeitschriften Current Biology und Nature Neuroscience. Während sich Johannes Larsch in seiner Arbeit mit dem Schwarmverhalten von Fischen beschäftigte, analysierte Daniel Gehrlach die Inselrinde und die negativen Emotionen, die von ihr verarbeitet werden. Somit trugen beide Wissenschaftler trotz sehr unterschiedlicher Forschungsaspekte maßgeblich dazu bei, die grundlegenden neuronalen Vorgänge verschiedener Verhaltensmuster besser zu verstehen.

Der YSA 2019 (v.l.n.r.): Alexander Borst, Nadine Gogolla, Daniel Gehrlach, Rainer Uhl, Johannes Larsch, Herwig Baier

Die ausgezeichneten Publikationen und Autoren

Johannes Larsch

Fisch-Freundschaft mit springendem Punkt
Woran erkennt ein Fisch einen Artgenossen? Wissenschaftler vom Max-Planck-Institut für Neurobiologie in Martinsried zeigen, dass Zebrafische bereits einen virtuellen Punkt als Schwarmpartner erkennen - vorausgesetzt, der Punkt bewegt sich wie ein Fisch.

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Johannes Larsch studierte Biologie an der Universität Konstanz. Seine Diplom- und Doktorarbeit fertigte er an der Rockefeller University, New York, USA an. 2015 begann er als Postdoc in der Abteilung Gene-Schaltkreise-Verhalten unter Leitung von Herwig Baier, wo er seit 2018 als Projektleiter tätig ist.

Daniel Gehrlach

Eine Insel für negative Emotionen
Inmitten der Großhirnrinde liegt die Inselrinde. Hier treffen akute Sinneseindrücke, körperliche Zustände, Gefühle und Emotionen zusammen. Wie die Inselrinde diese Informationen verarbeitet und welchen Einfluss sie auf das Verhalten hat, ist jedoch weitgehend unklar – Wissen, dass uns fehlt, um zum Beispiel die Vorgänge bei Depressionen, Angsterkrankungen und Essstörungen besser zu verstehen. Nadine Gogolla und ihr Team am Max-Planck-Institut für Neurobiologie konnten nun zeigen, wo die Inselrinde der Maus solch starke Gefühle wie Angst oder körperliches Unwohlsein verarbeitet und wie dies das Verhalten beeinflusst.

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Daniel Gehrlach studierte an der Hochschule Biberach Pharmazeutische Biotechnologie. Anschließend absolvierte er an der Charité Universitätsmedizin Berlin ein Internationales Graduiertenprogramm in Medizinischen Neurowissenschaften. 2014 startete er seine Promotion in der Arbeitsgruppe „Schaltkreise der Emotionen“ von Nadine Gogolla, die er 2020 erfolgreich abschloss.

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