Anerkennung für herausragende Publikationen junger Wissenschaftler

Young Scientist Award 2020 geht an Nikolai Hörmann und Nate Nejc Dolensek

Der YSA 2020 (von links nach rechts): Nate Nejc Dolensek, Nadine Gogolla, Nikolai Hörmann, Alexander Borst, Rainer Uhl

Noch nie war die Debatte um Wissenschaftskommunikation so lebhaft wie seit dem letzten Jahr. Die Corona Pandemie zeigte, wie wertvoll fundierte Wissenschaft ist, und wie oft sie zum Beispiel im Internet mit Falschinformationen und zweifelhaft belegten Meinungen verwechselt wird.

Wissenschaftliche Forschung wird in einschlägigen Fachjournalen veröffentlicht. Hier werden die Forschungsergebnisse vorab von anderen Expert:innen überprüft und gelten entsprechend publiziert dann als wissenschaftlich fundiert. Die Ergebnisse stehen so der wissenschaftlichen Gemeinschaft zur weiteren Diskussion, Überprüfung und Verwendung zur Verfügung.

Eine große Bedeutung haben solche Veröffentlichungen besonders auch für junge Wissenschaftler:innen, die unter anderem damit eine Karriere in der Forschung aufbauen können. Das Max-Planck-Institut für Neurobiologie würdigt in Form des „Young Scientist Award“ einmal im Jahr die herausragendsten Publikationen junger Forschenden des Instituts. Für das Jahr 2020 geht die mit 1000 Euro dotierte Auszeichnung an Nikolai Hörmann und Nate Nejc Dolensek.

Die ausgezeichneten Autoren und ihre Publikationen

Nikolai Hörmann

Nikolai Hörmann interessiert sich für die Entwicklung der Nervenzellen, die im visuellen System der Fliege Bewegungen wahrnehmen können. Die vier Subtypen dieser Nervenzellen reagieren jeweils auf Bewegungen in eine der Grundrichtungen: nach rechts, links, oben oder unten. Dafür richtet jeder Subtyp seine Zellausläufer in eine bevorzugte Richtung, welche bereits bei der „Geburt“ der Zellen festgelegt wird. 

Aber woher wissen die Zellausläufer, wohin sie wachsen sollen? Um dieser Frage auf den Grund zu gehen, hat sich Nikolai Hörmann mit Hilfe der sogenannten Einzelzell-RNA-Sequenzierung die Zellen in jedem Entwicklungsstadium angeschaut. Er fand heraus, dass sich die verschiedenen Subtypen schon früh gut klassifizieren lassen. Anhand der Analyse des komplexen Datensatzes hat Nikolai Hörmann inzwischen eine Reihe nachgeschalteter Effektor-Gene gefunden, die spezifisch in den verschiedenen Subtypen abgelesen werden. Weitere Experimente an diesen Genen werden helfen, die Rezeptoren zu identifizieren, die schließlich zum gerichteten Wachstum der Zellausläufer führen.

Nikolai Hörmann studierte Biochemie an der Ludwig-Maximilians-Universität in München. Bereits für seine Masterarbeit forschte er in der Abteilung von Alexander Borst „Schaltkreise - Information – Modelle“ am Max-Planck-Institut für Neurobiologie. Im Anschluss begann er dort 2017 mit den Untersuchungen für seine Doktorarbeit, an der er momentan arbeitet.

Nate Nejc Dolensek

Wie entstehen eigentlich Emotionen? Diesen faszinierenden und bisher kaum ergründeten Hirnvorgängen widmete sich Nate Nejc Dolensek in seiner Doktorarbeit. Bis heute herrscht auf dem Gebiet der affektiven Neurowissenschaften eine starke Kontroverse darüber, wie diese "verborgenen", inneren Zustände am besten untersucht werden können. In seiner Doktorarbeit gelang es Nate Nejc Dolensek mit Hilfe des maschinellen Lernens und der maschinellen Bilderkennung ein Verfahren zu entwickeln, mit dem Gesichtsausdrücke von Mäusen gemessen und klassifiziert werden können. Dabei entdeckte er, dass die Mimik von Mäusen eine angeborene und sensible Reflexion ihres inneren und subjektiven Gefühlszustands ist.

Die Mimik der Mäuse

2. April 2020
Der Gesichtsausdruck einer Maus verrät ihre Gefühle. Ähnlich wie beim Menschen sieht das Gesicht einer Maus ganz anders aus, wenn sie etwas Süßes oder etwas Bitteres probiert, oder wenn sie ängstlich ist. Mit dieser neuen Möglichkeit Gefühle von Mäusen messbar zu machen, können Neurobiologen nun grundlegend erforschen wie Emotionen im Gehirn entstehen und verarbeitet werden.

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Nate Nejc Dolensek studierte Psychologie an der Universität Groningen und Soziale Neurowissenschaften an der Universität in Utrecht. Seit 2016 arbeitet er im Rahmen seiner Doktorarbeit in der Max-Planck-Forschungsgruppe von Nadine Gogolla „Schaltkreise der Emotionen“ am Max-Planck-Institut für Neurobiologie. 

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